Fit für die Zukunft - Alle Schulen in NRW brauchen ansprechende Verpflegungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten! Der Auf- und Ausbau von Übermittagangeboten ist sowohl aus schulpolitischen als auch aus gesellschaftspolitischen Gründen überfällig.
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Die obligatorische Mittagspause kommt an allen Schulen in NRW
www.schulverpflegung-nrw.de, 1.8.2008. Die Landesregierung NRW verstärkt ihre Ganztagsoffensive.
Während das Schulministerium nun per Erlass die obligatorische Mittagspause für alle Schultage mit mehr als 6 Stunden Unterricht eingeführt hat, ist die Infrastruktur für Regenerationsmöglichkeiten einschließlich der Schulverpflegung in diesen Mittagspausen weiterhin ein SOLL-Thema.
Stand heute sind gerade viele weiterführende Schulen (mit Ausnahme der Gesamtschulen) noch immer nicht für den 'Ganztag light' gerüstet, ihnen fehlt es an elementaren Voraussetzungen, die den Aufenthalt von Schülerinnen und Schülern mit einer geeigneten Schulverpflegung über Mittag ermöglichen würde.
Durch die langen Schultage mit einstündiger Mittagspause entfällt zukünftig die Möglichkeit, mittags zu Hause zu essen und sich zu regenerieren. Spätestens jetzt sind Schulen in der Pflicht, vernünftige aber auch attraktive Übermittagslösungen zu schaffen, wie sie für Familien mit berufstätigen Eltern im Übrigen schon immer notwendig gewesen wären.
Die Landesregierung flankiert zwar die Ganztags-Offensive durch die Programme '1000.Schulen' (Investitionsprogramm) und 'Geld oder Stellen' für die päd. Übermittagsbetreuung. Damit unsere Kinder in Zukunft während der Übermittagszeit nicht 'hungrig im Regen' stehen, müssen alle Beteiligten an den Schulen vor Ort nun sehen, wie sie das Thema Übermittagbetreuung und Schulverpflegung konkret lösen. Gerade Eltern haben hier vielfältige Mitbestimmungs- aber auch Mitwirkungsmöglichkeiten.
Insbesondere zum Thema Schulverpflegung bietet das neue Web-Portal www.schulverpflegung-nrw.de allen Interessierten wichtige und aktuelle Informationsmöglichkeiten, Tipps und Ideen:
• Wie sehen die rechtlichen Rahmenbedingungen aus?
• Welche Vorgehensweisen und Faktoren versprechen Erfolg?
• Mit welchen Widerständen muss gerechnet werden?
• Vor- und Nachteile von Betreibermodellen
• Qualität von Schulverpflegung
• Beispiele, Links und Literaturhinweise
Fit für die Zukunft - Alle Schulen in NRW brauchen ansprechende Verpflegungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten!
Der Auf- und Ausbau von Übermittagangeboten ist aus schulpolitischen aber auch aus gesellschaftspolitischen Gründen überfällig.
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Die neuen Erlasse zur Ganztagsschul-Offensive des Landes NRW
Synopse des Erlasses zur Fünf-Tage-Woche an Schulen (alt-neu)
Gesundheit und Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler sind wichtig für ihre Entwicklung und ihren schulischen Lernerfolg. Schulen sind hier in der Mitverantwortung. Die Verweildauer der Schülerinnen und Schüler steigt insbesondere an den Gymnasien (Turbo-Abitur, G8). Immer mehr Schulstunden und -aktivitäten finden nachmittags in der Schule statt, so dass eine vernünftige Schulverpflegung in Kombination mit attraktiven Aufenthaltsmöglichkeiten unumgänglich geworden ist.
Berufstätige Mütter (und Väter) werden durch eine vernünftige Schulverpflegung organisatorisch deutlich entlastet. Für viele Familien ist es ohnehin schwer, in der Woche die Hauptmahlzeit zu organisieren, beispielsweise weil die Kinder zu verschiedensten Zeiten Schulschluss und Nachmittagsaktivitäten haben.
NRW ist (wie viele andere 'alte Bundesländer') in Sachen Schulverpflegung im internationalen Vergleich Entwicklungsland, da sich das Halbtagsschulsystem parallel zur niedrigen Müttererwerbstätigkeit lange halten konnte. Ausnahmen bilden vor allem die über 200 Gesamtschulen, die für ihren modifizierten Ganztagsbetrieb (3 lange Tage) einen 20%igen Personalzuschlag erhalten und i.d.R. Schulverpflegung anbieten. » Ganztag an weiterführenden Schulen in NRW
Vielen Schulen fehlen noch immer Ausstattungen für Schulverpflegung sowie attraktive Schulverpflegungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten, die den Schulalltag beleben, auflockern, Gemeinschaft und Kommunikation fördern. Notwendig sind zudem Aufsichts- und Betreuungsmöglichkeiten für Übermittag und Nachmittag. » Neue Chancen für Schulklima und Schulgemeinschaft. Zu viele Schulen verpassen derzeit noch die Chance, über die Schulverpflegung das Ernährungsverhalten von Kindern und Jugendlichen sowie die Identifikation mit der Schule positiv zu beeinflussen. » Argumente für eine attraktive Schulverpflegung
Eltern bleiben in der Verantwortung, dass ihre Kinder auch in der Schule ein gesundes bedarfsgerechtes Angebot erhalten, d.h. sie müssen sich darüber informieren, sich ggf. einmischen bzw. mitwirken.
2006 waren bundesweit ca. 15% aller Schulen Ganztagsschulen, mit einem Anteil an Schülerinnen und Schülern von lediglich 10%. Gerade die Gymnasien bieten bislang sehr selten eine Schulverpflegung an, die über einen Brötchenwagen oder ein Kiosk hinausgeht. In der Regel wurden sie bisher als reine Halbtagsschulen organisiert und verstanden, für das Thema Essen waren und sind ausschließlich die Eltern (meist die Mütter) zuständig. Wenn heute der Vormittag nicht mehr für den Unterricht ausreicht (insbesondere an Gymnasien), kommt es sehr selten zu einer Ausweitung der Halbtagsschule auf den Samstag oder zur Umwandlung in eine Ganztagsschule. An vielen Schulen wird noch immer die Quadratur des Kreises gesucht, nach dem Motto 'ohne Pause schnell nach Hause'. Lernpsychologisch und ernährungsphysiologisch sinnvoll ist das x-mal-7-Stunden-Modell nicht.
Auf diesen Seiten finden Interessierte vielfältige Informationen, die den Einstieg in das komplexe Thema Schulverpflegung erleichtern sollen. » Cartoon
Es gibt in NRW keine einheitlichen Richtlinien, die Angebot und Qualität der Schulverpflegung sicherstellen. Die Verantwortlichkeiten sind nicht besonders klar geregelt, im Schlechtfall fühlt sich für die Schulverpflegung niemand so richtig zuständig. Dies betrifft insbesondere Schulen, die keine genehmigten Ganztagsschulen sind, sondern den Pflichtunterricht mit sog. 'außerschulischen Angeboten' anreichern (müssen). Zurzeit scheint es so, dass 'jede Schule ihr eigenes Süppchen' kocht. Unter der Zielsetzung, dass die Schulen in NRW 'selbstständiger' werden sollen, muss dies nicht negativ sein, sondern kann auch als Chance gesehen werden. Problematisch und möglicherweise nicht besonders zielführend bzw. effektiv ist es, wenn beim Thema Schulverpflegung nicht professionell agiert wird.
Seit Mitte April 2008 gibt es erste Ansätze der NRW-Landesregierung nun auch Gelder für sog. 'außerschulische Angebote' an weiterführenden Schulen bereit zu stellen, die keine offiziellen Ganztagsschulen sind bzw. werden wollen oder können. Dies nennt sich "Ganztags-Offensive". EineFoto: pixelio.de - Sparschäler sinnvolle Gesamtkonzeption, wie sie in einigen anderen Bundesländer gesetzlich verankert ist, ist das noch nicht: Als erste Maßnahmenwurden für den 'Quasi-Ganztag' Landes-Mittel zur Sicherung der Aufsicht während der Mittagspausen bereitgestellt, außerdem können in den nächsten Jahren Zuschüsse für bauliche Investitionen für Aufenthalts- und Schulverpflegungsräume abgerufen werden. In begrenztem Umfang sollen nun auch einige Gymnasien und Realschulen zu Ganztagsschulen werden können.
Wenig klar sind weiterhin andere Rahmenbedingungen für den Betrieb von Schulverpflegungs- und Betreuungsangeboten, insbesondere die dauerhafte Sicherung entsprechend anfallender Betriebskosten und die über Aufsichten hinausgehende Personalkosten. Beschränkt wurden die Gelder zudem auf die Sekundarstufe I. Der seit langem existierende Bedarf der OberstufenschülerInnen bezüglich Aufenthaltsmöglichkeiten und Verpflegung in den Schulen wird weiterhin ignoriert.
Noch heute bestehen die Schulverpflegungsmöglichkeiten häufig aus einem Brötchenwagen oder einem Kiosk, die in den 20-Minuten-Pausen gestürmt werden. In der Regel sind diese Angebote
o gewerblich und damit gewinnorientiert
o für große Schulen nicht ausreichend
o ernährungsphysiologisch nicht unbedingt ausgewogen
o können in keinem Falle eine Über-Mittag-Verpflegung sicher stellen
Brötchenwagen auf dem Pausenhof eines Gymnasiums
Brötchenwagen
offeriert belegte und unbelegte Brötchen, Getränke und Süßigkeiten
Kiosk
wird oft vom Hausmeister oder von OberstufenschülerInnen betrieben
Foto: © Stephen Blose - Fotolia.com
Cafeteria
wird häufig von Eltern oder OberstufenschülerInnen betrieben, das Angebot ist meistens auf Snacks und Zwischenmahlzeiten beschränkt, entsprechende Räumlichkeiten sind erforderlich.
Mensa
Betrieb selten in der Regie des Schulträgers, teils gewerblich, teils von gemeinnützigen Vereinen (z.B. Mensa-Verein, aber auch Kirchen oder Sozialverbänden) betrieben. Entsprechende Räumlichkeiten müssen vorhanden sein oder geschaffen werden.
Nahegelegene externe Essensmöglichkeiten, wie Schnellrestaurants, Kioske, Supermärkte
o sind oft relativ teuer da kommerziell, ernährungsphysiologisch nicht immer empfehlenswert, teilweise unpraktisch (da die Öffnungszeiten nicht immer zur schulischen Mittagszeit / Pausenregelung passen)
o sind für nicht volljährige SchülerInnen i.d.R. nicht erreichbar, da sie während des Schulbetriebs das Schulgelände nicht verlassen dürfen
o Kantinen anderer Institutionen, wie Krankenhäuser, Betriebe, öffentliche Gebäude, können u.U. eine akzeptable Alternative sein
Die Erfolgsfaktoren, die zum Gelingen von Schulverpflegung beitragen, sind nach einer Untersuchung der Uni Göttingen (s. auch Vortrag):
wohlschmeckendes und abwechslungsreiches Essen unter Berücksichtigung der Wünsche von SchülerInnen und Schülern, Kompromiss aus den unterschiedlichsten Bedürfnissen, aus Gründen der Akzeptanz des Essens insgesamt kann Süßes und Fast-Food-Gerichte nicht ganz verbannt werden, hier kommt auf die Zubereitung, die Menge, die Optik und die Häufigkeit an.
angenehme Atmosphäre beim Essen
freundliches Personal mit hoher Servicemotivation
Darüber hinaus müssten verbessert werden:
* die Ausstattung der Räumlichkeiten
* Investitionen in Küchentechnik
* Bereitstellung pädagogischer Kapazitäten
Wie fangen Schulen an, die ihre Schulverpflegung beginnen oder auf ein vernünftiges Niveau ausbauen wollen?
Gründen Sie einen Arbeitskreis zur Mittagsverpflegung an dem alle Entscheidungsträger teilnehmen. Nur in Kooperation, im Konsens und mit gegenseitigem Vertrauen gelingt das Projekt Schulverpflegung. SchülerInnen, LehrerInnen, Eltern und Schulträger müssen an einen Tisch.
Versuchen Sie, den Bedarf und die Vorstellungen aller Beteiligten von Schulverpflegung für die nächsten Jahre zu erfassen (u.a. Fragebogenaktion). Wie viele Personen nehmen voraussichtlich an der Schul- bzw. Mittagsverpflegung teil? Welche Aspekte sind wichtig?
Welche Richtlinien bzgl. der Verpflegung sind im aktuellen Bundesland zu berücksichtigen? Die baulichen und ausstattungsmäßigen Anforderungen können zwischen Schulverwaltung und Gewerbe-, Veterinär- bzw. Gesundheitsamt geklärt werden.
Welche Räume stehen für Küche und Speisenraum zur Verfügung (oder müssen gebaut werden)?
Informieren Sie sich über verschiedene Verpflegungssysteme.
Informieren Sie sich, ob Sie Zuschüsse bekommen oder Sponsoren gewinnen können.
Prüfen Sie, ob Sie die Verpflegung in Eigenregie oder in Fremdregie durchführen können, evtl. muss ein Trägerverein gegründet und geführt werden.
Versuchen Sie Support und Consulting von Schulverpflegungs-SpezialistInnenen zu bekommen.
Quelle: Teilweise aus dem ernaehrungsportal-nrw.de, das wichtige Punkte in 'Mittagsverpflegung für Einsteiger - step-by-step' nennt. Wichtige Stichpunkte bietet auch der Flyer Optimierung der Mittagsverpflegung an Schulen des Kuratoriums Schulverpflegung e.V.
Impressum:
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