FIT für die Zukunft!?

Foto: fotolia.com - Nikolai SorokinAlle Schulen in NRW brauchen ansprechende Verpflegungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten!

Der Auf- und Ausbau von Übermittagangeboten ist sowohl aus schulpolitischen als auch aus gesellschaftspolitischen Gründen überfällig:

  • Gesundheit und Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler spielen eine wichtige Rolle für ihre Entwicklung und ihren schulischen Lernerfolg. Schulen sind hier in der Mitverantwortung. Die Verweildauer der Schülerinnen und Schüler ist insbesondere an den Gymnasien gestiegen (Turbo-Abitur, G8).
    Immer mehr Schulstunden und -aktivitäten finden nachmittags in der Schule statt, so dass eine gute Schulverpflegung in Kombination mit attraktiven Aufenthalts-Möglichkeiten unumgänglich geworden ist. Schülerinnen und Schüler sollen sich körperlich und geistig angemessen regenerieren können und sich in der Schule wohl fühlen.
  • Zu viele Schulen verpassen noch immer die Chance, über die Schulverpflegung das Ernährungsverhalten von Kindern und Jugendlichen sowie die Identifikation mit der Schule positiv zu beeinflussen. » Argumente für eine attraktive Schulverpflegung, » Ernährungsgewohnheiten
    Das Verpflegungsthema ist kein reines Versorgungsthema, sondern Teil eines übergreifenden Prozesses der Kompetenzbildung für Gesundheit. Allein das richtige Frühstücksverhalten kann den IQ um nachweislich um 5 (Eissing 2011) bis 10 Punkte (Geiger 2009, Wagner 2009) steigern.
  • Mens sana in corpore sano - In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist. Dies wusste bereits der römische Dichter Juvenal (58-130 n.Chr.), während viele Gymnasien heutzutage das Lernen in den Vordergrund stellen und die Schulverpflegung trotz Ganztag vernachlässigen. Vgl. WDR-Quarks&Co Sendung 'Schulessen' 2013

NRW - Entwicklungsland in der SV

  • Fotolia_6444084_XS_SophiaWinters150NRW ist (wie viele andere 'alte Bundesländer') in Sachen Schulverpflegung im nationalen und internationalen Vergleich Entwicklungsland, da sich das Halbtagsschulsystem parallel zur niedrigen Müttererwerbstätigkeit hier lange halten konnte. Ausnahmen stellen die über 200 NRW-Gesamtschulen dar, die schon immer für ihren modifizierten Ganztagsbetrieb (3 lange Tage pro Woche) einen 20%igen Personalzuschlag erhalten und i.d.R. Schulverpflegung plus Aufenthaltsmöglichkeiten anbieten.
    » Ganztag an weiterführenden Schulen in NRW
  • Auch Schulen, die keine 'echte' Ganztagsschule sein wollen, kommen nicht umhin, wenigstens ELEMENTE des Ganztages, wie Schulverpflegung, Über-Mittag-Betreuung anzubieten. Vielen Schulen fehlen derzeit jedoch noch immer Ausstattungen für Schulverpflegung sowie attraktive Schulverpflegungs- und Aufenthaltsräume, die den Schulalltag beleben, auflockern, Gemeinschaft und Kommunikation fördern.
    Notwendig sind zudem Aufsichts- und Betreuungsmöglichkeiten für Übermittag und Nachmittag.
    » Neue Chancen für Schulklima und Schulgemeinschaft
  • Wegen fehlender Mensen drohte einigen Ganztags-Gymnasien in Düsseldorf das Regierungspräsidium NRW im Herbst 2012 sogar mit dem Entzug der Genehmigung des Ganztagsbetriebs. Die Stadt Düsseldorf kommt seit Jahren den Verpflichtungen als Schulträger nicht ausreichend nach. 'Im Regen' stehen dann allerdings wieder die betroffenen Kinder und berufstätigen Eltern. DerWesten, 21.11.2012