Attraktive und sinnvolle Schulverpflegung

'Es nutzt doch nichts, wenn der Ernährungsberater in der Schule erklärt, wie gut Karotten und wie gut Zwiebeln sind, und dann bekommen die Kinder in der Kantine ein Brötchen mit Analogkäse. Das passt nicht zusammen. Das Ziel muss sein, die Kette zu schließen zwischen dem, was man theoretisch erfährt, und dem, was man praktisch isst.' Johann Lafer in manager-magazin 2009

Einige Schulen (insbesondere Gesamtschulen) bieten seit langem durchaus sinnvolle und nur gering gewinnorientierte Lösungen an:

  • Mensa - Betrieb selten in der Regie des Schulträgers, teils gewerblich, teils von gemeinnützigen Vereinen (z.B. Mensa-Verein, aber auch Kirchen- oder Sozialverbänden) betrieben. Entsprechende Infrastruktur (Räumlichkeiten, Küche, etc.) müssen vorhanden sein oder geschaffen werden.
  • Cafeteria - als Add-On zu einer Mensa sinnvoll, wird teilweise von Eltern oder OberstufenschülerInnen betrieben, das Angebot ist meistens auf Snacks und Zwischenmahlzeiten focussiert, es wird eine entsprechende Infrastruktur (Räumlichkeiten, Zubereitungsmöglichkeiten) in der Schule benötigt, .
  • Kooperationen - mit Kantinen anderer Institutionen, wie Krankenhäuser, Betriebe, öffentliche Gebäude. Eher selten. Problematisch, da außerhalb der Schule.

Attraktive Angebotsformen der Schulverpflegung

  • Mensa Leichlingen - neben der gelungenen Architektur fällt besonders der großzügige Ausgabebereich für All-you-can-eat und der erfolgreiche Betrieb durch eine gGbmH auf.
  • Mensa IGS Ahlen - Bildung is(s)t gut, die Wundermensa: SchülerInnen-Beteiligung, teilweise Bio-Essen, viele Abos, mehrere Stationen, Mensaverein aber auch städtisches Personal
  • Mensa IGS Bonn-Beuel: Gute Architektur, großer Ausgabebereich mit Selbstbedienung, separater Oberstufen-Bereich, Ruhe-Essraum, schnelle Kassierung etc.
  • to go Angebot take54you, Foto: U. Steinketake54you - das Schüler-Bistro, von der Schul- zur Schülerverpflegung, Angebot, SchülerInnenbefragung.
    Der Focus liegt auf großen weiterführenden Schulen s. didacta-take54you-Special in Schüler- Menü, eine Schulökotrophologin oder ein Schulmensamanager koordinieren und controllen die Schulverpflegung, sie kümmern sich um die Schnittstellen im Verpflegungsumfeld und geben idealerweise Impulse zur schulischen Gesundheitsförderung.
    » Mehr zum Konzept take54you

Unprofessionelle Schulverpflegung

Herkömmlicherweise bestehen die Schulverpflegungsangebote an Gymnasien häufig aus einem Brötchenwagen oder einem Kiosk, die in den 20-Minuten-Pausen gestürmt werden:

  • Brötchenwagen auf dem Pausenhof eines GymnasiumsBrötchenwagen - offeriert zumeist belegte und unbelegte Brötchen, überwiegend süße Getränke, Süßigkeiten, Chips etc.
  • Kiosk - wird oft vom Hausmeister oder von OberstufenschülerInnen gewerblich, d.h. gewinnorientiert betrieben

In der Regel sind diese Angebote Notlösungen, sie sind

  • für große Schulen unzureichend
  • ernährungsphysiologisch oft nicht als Pausenverpflegung geeignet
  • teils alternativlos ungesund nicht geeignet, eine Über-Mittag-Verpflegung sicher zu stellen
  • manche Städte, manche Schulen verdienen sogar an der Naschsucht der Kinder mit!

 

Darüber hinaus werden Schüler und SchülerInnen nicht selten und von der eigenen Schule an nahegelegene externe Essensmöglichkeiten verwiesen, wie Schnellrestaurants, Kioske, Supermärkte. Diese sind

  • oft relativ teuer (da gewinnorientiert, Fertigprodukte bringen mehr Gewinn als zubereitetes Essen)
  • ernährungsphysiologisch selten empfehlenswert, da unausgewogen und einseitig
  • teilweise unpraktisch, da die Öffnungszeiten nicht immer zur schulischen Mittagszeit / Pausenregelung passen, teilweise im Stehen gegessen werden muss etc.
  • vermüllen u.U. Schulhöfe, was manchmal sogar zum Verbot führt, s. auch Schluss mit süß und fettig, Süddeutsche.de
  • nur von volljährigen SchülerInnen erreichbar, da i.d.R. nur diese während des Schulbetriebs das Schulgelände verlassen dürfen

Foto: aboutpixel.deFazit: Wenn diese Essensmöglichkeiten überhaupt für SchülerInnen erreichbar sind, dann sind sie gut gegen Hunger - mehr oft nicht.

"Glücklich ist, wer nicht vergisst, dass 'Fastfood' doch nur 'fast food' ist" (Klaus Klages)

Uli Stein 'Neues von die Pisa-Studie', Teil I, Teil II