Ausgabemöglichkeiten

Foto: Fotolia.com - JPC-ProdDas Ausgabesystem hat einen sehr großen Einfluss auf die Akzeptanz des Speisenangebotes. Es soll einen reibungslosen und schnellen Ablauf unterstützen sowie die Essensauswahl der Gäste erleichtern. Bereits vor der Bauplanung und Einrichtung der Schulverpflegungsräumlichkeiten muss die Ausgabe gut überlegt werden, da sie später nur schwer oder nur teilweise geändert werden kann!

Darstellung der Ausgabemöglichkeiten mit ihren Vor- und Nachteilen:

Die Ausgabemöglichkeiten stehen in engem Zusammenhang mit:

  • der Personalausstattung und -qualifikation sowohl im Schulverpflegungsbetrieb als auch im Bereich der Schule (einschl. Betreuung)
  • Foto: Fotolia.com - Stefan Merkleden angebotenen Essensauswahlmöglichkeiten
  • den finanziellen Mitteln des Schulträgers bzw. der Eltern z.B. hinsichtlich einer großzügigen Raumgestaltung und Ausstattung
  • den individuellen Wünschen und dem Alter der Schulverpflegungs-TeilnehmerInnen - je älter die Schülerinnen und Schüler sind, desto mehr wird Selbstbedienung möglich und gewünscht (so wie es in der Betriebsverpflegung üblich ist)

Tablett- / Cafeteriasystem

Tablett-/Cafeteriasysteme gibt es in mehreren Varianten:

Variante 1:

Alle Essenskomponenten werden (fließbandartig) vorportioniert auf Tabletts bereit gestellt. Die EssenteilnehmerInnen können ihr Tablett per Band oder aus Warmhalte- bzw. Kühleinheiten entnehmen und müssen lediglich noch zahlen. Diese Variante kommt in Schulen sehr selten vor.

Vorteil: Es geht sehr schnell.

Nachteile: Alle Portionen sind gleich groß, es besteht keine Kombinationsmöglichkeit von Komponenten. Der Abfallanteil ist dadurch allerdings hoch, SchülerInnen lernen nicht entsprechend ihrem Hungergefühl zu portionieren, essen evtl. zu viel. Teilweise muss das Essen einige Zeit auf dem Tablett warm/kalt gehalten werden. Es findet kein Kontakt zum Küchenpersonal statt.

Variante 2:

Die Portionierung von Speisen erfolgt durch das Ausgabepersonal an Ausgabetheken auf Teller / Schalen, die den EssenteilnehmerInnen einzeln überreicht werden. Die auf ihrem Tablett gesammelten Menübestandteile werden direkt (Hygieneproblematik!) oder an einer separaten Kasse bezahlt.

Vorteile: Portionsgrößen und teilweise Komponentenauswahl können mit dem Personal abgesprochen werden. Die SchülerInnen haben direkten (allerdings nur sehr kurzen) Kontakt zum Ausgabepersonal (wichtig z.B. bei unbekannten Speisen, Allergien, Vegetariern etc.)

Nachteile: Die Bedienung der einzelnen Essensteilnehmer dauert relativ lange und ist sehr personalintensiv. Die SchülerInnen müssen sich direkt für eine Menülinie entscheiden. Wenn nur 1 oder 2 Menülinien eingerichtet sind, bilden sich zu den Stoßzeiten viel zu lange Schlangen, da die Bedienung nur nacheinander erfolgen kann. Diese Variante passt insgesamt nicht zum Schulalltag mit seinen Stoßzeiten. Schulen ist von dieser Ausgabeform daher dringend abzuraten, der wirtschaftliche Erfolg durch zu langsame Ausgabe und infolgedessen zu wenige EssensteilnehmerInnen gefährdet!

Foto: Fotolia.com - Louis Capeloto

Variante 3:

An einer längeren Ausgabetheke oder mehreren sog. Menülinien sind die meisten verfügbaren Essens-Komponenten zur Selbstbedienung aufgestellt (oft mit einer 'Beispiel-Portion' wg. Größe und Aussehen). Darüber hinaus werden einige Komponenten kontinuierlich von Personal bereit gestellt. Für GrundschülerInnen ist dieses System noch zu unübersichtlich und zu schwierig.

Vorteile: Auswahl und Portionierung können individuell von den Essensteilnehmern vorgenommen werden.

Nachteile: Wenn die Selbstbedienungsfläche zu klein oder zu eng ist und sich die SchülerInnen nicht schnell genug bedienen (können), kommt es zu langen Warteschlangen mit den bei Variante 2 genannten negativen Auswirkungen.

Free Flow

IGS AhlenAn diversen Ausgabe-Stationen, Inseln und/oder Buffets (wie Salatbar, Vorspeisen-, Hauptgericht-, Nachspeisen-, Getränke-Einheiten, manchmal sogar Front-Cooking), die an verschiedenen Stellen des Essraumes verteilt sein können, bedienen sich die EssensteilnehmerInnen selbst.

Ansprechende Ausgabe, Schulverpflegung 2013

Freeflow ist in Schulen zurzeit am beliebtesten. Gerade bei älteren SchülerInnen fördert die freie Auswahl die Akzeptanz der Schulverpflegung. Das System ist vor allem dann günstig, wenn regelmäßig viele SchülerInnen essen. Stehen genügend Ausgabeeinheiten zur Verfügung, vermeidet dieses Ausgabesystem die Schlagen zu den in der Schule üblichen Stoßzeiten. Ein separates Kassensystem ist zwingend erforderlich. Alternativ kann auch Abo-Essen, All-you-can-eat (bei möglichst hoher Reste-Vermeidung) vorgesehen werden. Dann ist allerdings die Mensa für 'Nicht-Esser' tabu. Laut FKE (s. 27f.) findet man Selbstbedienung in der Schulverpflegung an weiterführenden Schulen leider nur sehr selten.

Vorteile: Essenskomponenten und -mengen werden von den SchülerInnen spontan selbst an den verschiedenen Ausgabeeinrichtungen (-Inseln) individuell ausgewählt und kombiniert. Das spart Ausgabe-Personal, ggf. müssen die Inseln jedoch 'beaufsichtigt' werden, dies kann (unter Anleitung) auch von SchülerInnen durchgeführt werden.

Nachteile: Das Angebot ist für jüngere SchülerInnen eher unübersichtlich. Für kleine Schulverpflegungseinrichtungen ist dieses Ausgabeform zu aufwendig. Freeflow braucht relativ viel Fläche sowie die entsprechende Technik (Strom, ggf. Dunstabzug, mobile Ausgabestationen mit Kühl- oder Wärmetechnik).

Beispiele: IGS Ahlen, IGS Mainz-Bretzenheim

Tischgemeinschaft

Foto: Fotolia.com - Jacek ChabraszewskiDas Essen wird in Mehrportions-Schüsseln bzw. -platten auf den Tischen verteilt. Die SchülerInnen können sich am Tisch selbst bedienen.

Voraussetzung: Alle SchülerInnen einer Klasse oder Betreuungsgruppe nehmen gemeinsam und regelmäßig am Essen Teil. Es sind genügend LehrerInnen oder BetreuerInnen anwesend oder essen (am besten) mit. Dieses System ist eher in Grundschulen praktikabel und sinnvoll.

Vorteile: familiäre Atmosphäre, individuelle Portionierung möglich, Stärkung des Gemeinschaftsgefühls und der Tischkultur, auch bei kleinen Schulverpflegungs-Einrichtungen geeignet, benötigt wenig Ausgabe-Personal, allerdings muss pro Klasse/Lerngruppe eine LehrerIn oder BetreuerIn mit essen.

Nachteile: Oft weniger große Auswahl als bei anderen Systemen. Es wird kein Kassensystem in der Mensa benötigt.