Mensaverein

 Foto: Fotolia.com - sk design'Mütter kochen für SchülerInnen' - Das Mensaverein-Modell funktioniert an manchen Schulen eine Zeit lang durchaus gut. Es erfordert jedoch ein hohes kontinuierliches Engagement. Oft wird dieses Engagement noch nicht einmal bezahlt, sondern selbstverständlich als 'Ehrenamt' zur Senkung der Schulverpflegungskosten akzeptiert. Noch nicht einmal das Rentenkonto kann aufgebessert werden. Während manche Mensavereine MitarbeiterInnen in der Schulverpflegung bezahlen, bleibt die Arbeit im Vereinsvorstand immer ehrenamtlich. Selten kommt es zur Anstellung eines/r Geschäftsführers/in, obwohl Mensavereine an weiterführenden Schulen oft Jahresumsätze wie ein mittleres Unternehmen haben, teilweise zwischen 100.000 und 300.000 €.

Wenn Sie einen Mensaverein gründen möchten,

  • sollten Sie sich fragen (insbesondere bei größeren Schulen), ob Sie als Elterninitiative ausreichend professionell arbeiten können. Schulverpflegung ist ein komplexes Thema, der Anspruch an betriebswirtschaftliches Know-how, Qualifikationen in den Bereichen Umgang mit Lebensmitteln, Hygiene, Infektionsschutz, Mitarbeiterführung, Arbeitssicherheit, Geräte-Know how, etc. sind hoch, die Rahmenbedingungen in weiterführenden Schulen teilweise schwierig.
  • sollten Sie wissen, dass sich im Laufe der Zeit schnell auch mal Personen in den Verein gewählt werden, die nicht unbedingt für diese Arbeit geeignet sind. Das können Sie nicht immer steuern.
  • bedenken Sie, dass allein die Vereinsgründung mit einer zweckmäßigen Satzung (z.B. bzgl. Finanzamt) schwierig ist.

Zudem bleibt in Deutschland der politische Widerspruch, dass einerseits der Ausbau von Ganztagsschulen oder zumindest deren Elemente auch zum Zweck der Entlastung von berufstätigen Eltern angestrebt wird, andererseits die Aufgabe der Schulverpflegung von Land und Kommunen selten professionell organisiert und stattdessen gerne auf das Ehrenamt 'abgewälzt' wird. Eltern müssen hier stärker als bisher ihre Landes- und Kommunalpolitiker in die Pflicht nehmen.

Prof. Dr. Peinelt: 'Mensavereine oder Elterninitiative sind keine echte Alternative für professionelles Handeln. Hier stellen sich Eltern meist für wenig Geld oder ehrenamtlich für die Küchenarbeiten zur Verfügung, wobei die Qualifikation keineswegs gesichert ist. Auch wenn es positive Beispiele gibt, wenn einmal die Mutter eines Schülers zufällig Köchin ist, so ist der Erfolg vom befristeten Engagement der Eltern abhängig. Meist wird beim Schulabschluss dieses Schülers auch dessen Mutter den Dienst quittieren. Eine solche Unsicherheit kann als dauerhafte Lösung nicht akzeptiert werden.' Prof. Peinelt, S. 9; 'Schulverpflegung ist eben nichts, was nebenher von einer Laienschar erledigt werden kann.' (S. 16).