Berufstätigkeit mit Kind aber ohne Mensa?

Berufstätige Mütter (und Väter) werden durch eine vernünftige Schulverpflegung organisatorisch deutlich entlastet. Für viele Familien wird es immer schwieriger, an Schultagen die Hauptmahlzeit zu organisieren, auch deshalb, weil die Kinder zu unterschiedlichsten Zeiten Schulschluss und Nachmittags-Aktivitäten haben. Diese familienpolitischen Aspekte finden bei der Bundesregierung und in immer mehr Kommunen mittlerweile Beachtung. Foto: fotolia.de - almagami

So sieht der ganz normale Familienalltag aus:
Mehrere Kinder unterschiedlichen Alters gehen in verschiedenen Klassen/Schulen und haben diverse Hobbies bzw. Nachmittags-Aktivitäten. Die Eltern sind berufstätig und haben die Gelegenheit, sich selbst mittags in einer guten Betriebskantine zu versorgen. Die Zeit in der Woche ist knapp, die Familienmitglieder sind zu sehr unterschiedlichen Zeiten zu Hause.

Die Versorgung mit einer warmen Mahlzeit zu Hause wochentags ist ein Eiertanz:
Theoretisch ist alles möglich wie beispielsweise Vorkochen, TK-Kost, Zwischen-Tür-und-Angel-Kochen, evtl. Oma-Kochtag, Aufwärmen. Probleme stellen sich selbst dann, wenn Mutter oder Vater im HomeOffice ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen. Wie wollen sie ihren beruflichen Gesprächspartnern um 15 oder 16 Uhr erklären, dass sie gerade in der Mittagspause sind? Das geht nicht. Abends kochen ist für viele Familien auch keine Alternative, da viele Freizeitaktivitäten am späten Nachmittag oder am Abend stattfinden und die Kids (z.B. wenn sie sportlich aktiv sind) in jedem Falle vorher ihre Hauptmahlzeit benötigen. Manche Erwerbstätige kommen dafür einfach zu spät am Abend nach Hause.
Eine vernünftige Mensa an der Schule wäre für viele Familien ein Segen!

  • Eltern bleiben in der Verantwortung, dass ihre Kinder auch in der Schule ein gesundes bedarfsgerechtes und attraktives Angebot erhalten, d.h. sie sollten sich darüber informieren, sich ggf. einmischen bzw. mitwirken. Vgl. Baustelle Schulverpflegung
  • Leider sind wir in Deutschland von der Selbstverständlichkeit einer guten Schulverpflegung vielerorts noch weit entfernt. Selbst wenn Schulen über eine Schulverpflegungseinrichtung verfügen, so bieten sie zum Teil schlechtes Essen, sind für SchülerInnen (räumlich oder zeitlich) unattraktiv, die Wartezeiten sind zu lang oder die warme Hauptmahlzeit gibt es nicht an allen Schultagen. Für die vielen schulfreien Tage und Ferienwochen müssen berufstätige Mütter ohnehin andere Lösungen finden.
  • Der Essalltag berufstätiger Mütter und ihrer Kinder, Prof. Dr. Meier-Gräwe, DNSV
    Familienmahlzeiten sind vorwiegend Frauensache, focus
  • Schulverpflegung als Beitrag zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Lokales Bündnis für Familie Gütersloh, 2013
  • Seltenes Exemplar: Der Jeden-Tag-Koch, einfach-schnell-gesund-kochen.de